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Seit über dreißig Jahren arbeitet Zhao Yuanhong in der psychologischen Beratung von Kindern und ihren Eltern. In Kindergärten in Wuhan führte sie sowohl Gruppen- als auch Einzelberatungen für Mütter durch. Im „Sonnendorf“ (Taiyangcun) bietet sie seit vielen Jahren ehrenamtliche psychologische Betreuung für die Kinder von inhaftierten Personen aus den Provinzen Hebei und Jiangxi an. Sie schreibt Beiträge für die Zeitschrift Eltern müssen lesen (Fumu Bidu) und bietet dort Kurse für die Mütter unter den Leserinnen an. Junge Eltern in Yizhuang (Peking) sowie Kinder von im Ausland lebenden Chinesen in Singapur und Deutschland gehören ebenfalls zu ihren langjährigen Klientinnen und Klienten in der individuellen psychologischen Beratung.Die mehreren hundert Fälle, die Zhao Yuanhong im Laufe der Jahre gesammelt hat, reichen tief in die unteren Schichten der chinesischen Gesellschaft hinein und berühren zugleich die gespaltene Angst der Mittelschicht. Parallel dazu steht ihre tiefgehende Analyse der Generationenkonflikte innerhalb der chinesischen Gesellschaft.Doch selbst diese vielfältigen Erfahrungen konnten Zhao Yuanhong nicht dazu bringen, ihre Erforschung der Kindheit abzuschließen. Gemeinsam mit ihrer deutschen Kollegin Traudel Schlenker veröffentlichte sie das Buch Im Traum war ich ein Schmetterling. Chinesen erzählen ihre Kindheit. Darüber hinaus brachte sie das klassische Werk über die psychologische Transformation in Ostdeutschland, Gefühlsstau (Emotionale Blockade), nach China. Außerdem übersetzte sie eine weitere deutsche wissenschaftliche Studie über Kinderpsychologie, Die Kindheitsliste, sowie mehrere Kinderbilderbücher. Dadurch ist ihre psychologische Analyse nicht nur von einem präzisen Verständnis der Kindheit mehrerer Generationen von Chinesinnen und Chinesen geprägt, sondern bezieht auch bewusst Vergleiche darüber ein, wie unterschiedliche politische Systeme und kulturelle Traditionen die Kindheit prägen.

Foto: Jing Bartz

Zhao Yuanhong sagt, dass ihre über drei Jahrzehnte andauernde Arbeit in der Kinderpsychologie eigentlich nur ihre „Nebentätigkeit“ sei. Denn ihre „Hauptberufe“ bilden eine lange Liste: Sie arbeitete als Übersetzerin für das Zentralbüro für Übersetzungen, als Chinesischlehrerin für das Auswärtige Amt Deutschlands und für mehrere Universitäten, als Mitarbeiterin der Deutschen Handelskammer in Peking sowie als Assistentin eines Journalisten der deutschen Zeitung Die Welt und in weiteren Funktionen.

Geboren 1954, besuchte sie während der Kulturrevolution nur etwa anderthalb Jahre lang eine Mittelschule, bevor sie in ein Produktions- und Aufbaukorps in der Inneren Mongolei geschickt wurde, wo sie über vier Jahre lang „Umerziehung durch Arbeit“ erlebte und eine extreme geistige Entbehrung ertragen musste. 1981 heiratete sie ihren deutschen Mann Erling; nach der Hochzeit brachte sie in Westdeutschland ihre Tochter zur Welt. Zhao Yuanhong sagt:

„Während ich meine Tochter großzog, vollzog ich zugleich eine eigene innere Transformation. Man kann sagen, dass ihr gesamtes Aufwachsen auch mich wachsen ließ – und dass mich neue pädagogische Ideen geprägt haben.“

War dies also der Beginn ihres Interesses an der Erforschung der Kindheit?
Warum konnte sie aus einer „Nebentätigkeit“ eine Arbeit machen, die Hunderten und Tausenden von Familien geholfen hat?
Mit welchen Methoden führt sie psychologische Beratungen für Kinder und Jugendliche durch?
Wie beurteilt sie die Beziehung zwischen den Kindheitserfahrungen ihrer eigenen Generation und der Entwicklung der chinesischen Gesellschaft?
Und wie beobachtet sie die Unterschiede zwischen Deutschland und China im Umgang mit und im Schutz der Kindheit?

Am 14. März 2026 um 15:00 Uhr wird Zhao Yuanhong zu Gast in der Blaues Haus Bibliothek in Hannover sein.

Freundinnen und Freunde, die ihre eigene Kindheit reflektieren möchten, ebenso wie Eltern, die bei der Erziehung ihrer Kinder vor Herausforderungen stehen, sind herzlich eingeladen, an diesem Austausch teilzunehmen.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt; Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.

 

Referentin

Zhao Yuanhong studierte Germanistik an der Nanjing-Universität. Seit 1982 lebt sie in Deutschland und pendelt seit vielen Jahren zwischen China und Deutschland, wo sie in den Bereichen interkulturelle Arbeit, Medien und Bildung tätig ist.

Seit über dreißig Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Kinderpsychologie und Familienerziehung. Auf Grundlage eigener Erfahrungen und umfangreicher praktischer Arbeit veröffentlichte sie gemeinsam mit der Autorin Traudel Schlenker das Buch Im Traum war ich ein Schmetterling. Chinesen erzählen ihre Kindheit. Zudem übersetzte und vermittelte sie mehrere bedeutende Werke der pädagogischen Psychologie und bietet weiterhin psychologische Unterstützung für Eltern und Kinder an.

 

Veranstaltungsinformationen

Datum: Samstag, 14. März 2026
Zeit: 15:00 – 17:00 Uhr
Ort: Blaues Haus Bibliothek, Hannover
Blaues Haus Bibliothek
Maschstr. 7, 30169 Hannover

 

Anmeldung

Der Eintritt ist frei.
Bitte scannen Sie den untenstehenden QR-Code, um sich über Eventbrite anzumelden. Falls das Scannen innerhalb von WeChat nicht möglich ist, können Sie folgenden Link kopieren und im Browser Ihres Smartphones öffnen:

https://www.eventbrite.com/e/3-tickets-1983857440007

Hinweise

1. Erwachsene sowie Kinder ab 12 Jahren können sich anmelden.
2. Sollten Sie nach der Anmeldung doch nicht teilnehmen können, bitten wir Sie, Ihre Reservierung rechtzeitig zu stornieren, damit andere Interessierte die Möglichkeit zur Teilnahme erhalten.
3. Bitte erscheinen Sie spätestens fünf Minuten vor Beginn der Veranstaltung.
4. Während der Veranstaltung sind Videoaufnahmen nicht gestattet. Wir danken für Ihr Verständnis.
5. Während der Veranstaltung werden Fotos gemacht, die ausschließlich für interne Zwecke der Blaues Haus Stiftung verwendet werden. Sollten Sie Einwände haben, teilen Sie uns dies bitte im Voraus mit.

 

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